GSH-Werte (richtig) bestimmen

Wer wissen möchte, welchen GSH-Wert man aktuell hat, muss sich für die Ermittlung des aktuellen Wertes Serum entnehmen lassen und die Leistung selbst bezahlen.


Was genau wird im Serum ermittelt und worauf muss man achten?

Der Glutathion-Spiegel, oft als GSH-Wert bezeichnet, ist ein wichtiger Marker für den antioxidativen Status und die Gesundheit der Zellen. Um den GSH-Wert richtig zu deuten, ist es entscheidend, nicht nur den Gesamtspiegel, sondern insbesondere das Verhältnis zwischen dem reduzierten (aktiven) Glutathion (GSH) und dem oxidierten Glutathion (GSSG) zu betrachten.

Das reduzierte Glutathion (GSH) ist das aktive Form, das freie Radikale neutralisiert und somit antioxidative Wirkung entfaltet.

Bei dieser Reaktion wird GSH oxidiert und bildet GSSG, das nicht mehr antioxidativ wirksam ist.

Ein gesundes Verhältnis sollte einen Anteil von reduziertem Glutathion von 81 bis 93 Prozent des Gesamtglutathions ausmachen.

Ein niedriger Anteil an GSH deutet auf einen erhöhten oxidativen Stress hin, auch wenn der Gesamtspiegel noch im Normbereich liegt.


Welches ist die genaueste Methode?

Die Messung des intrazellulären GSH-Spiegels in Immunzellen, wie Leukozyten, gilt als die zuverlässigste Methode zur Beurteilung des Glutathonhaushaltes, da hier die Konzentrationen deutlich höher und stabil sind als im Blutplasma. Blutplasma ist für die Messung des Glutathion-Spiegels ungeeignet, da Glutathion im Plasma instabil ist und schnell abgebaut wird.

Daher wird empfohlen, die Messung aus EDTA-Vollblut durchzuführen, um präzise Ergebnisse zu erhalten. Die Bestimmung des GSH/GSSG-Quotienten im Serum wird heute kaum noch durchgeführt, da die Ergebnisse keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die intrazellulären Verhältnisse zulassen.

Ein einzelner GSH-Wert allein ist nicht ausreichend für eine Diagnose; Ärztinnen und Ärzte beurteilen Laborwerte immer im Kontext der gesamten Krankengeschichte, Beschwerden und weiterer diagnostischer Befunde.

Daher ist es wichtig, die Ergebnisse mit dem jeweiligen Laborreferenzbereich zu vergleichen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchzuführen, um die Ursachen eines möglichen Mangels zu ermitteln.