Wie wirkt GLUTATHION auf das Immunsystem?

Glutathion ist wesentlich daran beteiligt, dass Entzündungsreaktionen im Körper kontrolliert ablaufen und damit der Gesundheit nutzen statt schaden. Glutathion schützt das Immunsystem aber auch über verschiedene andere Mechanismen, indem es zum Beispiel antioxidativ wirkt. Glutathion verändert so den oxidativen Zustand in den Zellen, dass es Viren massiv erschwert, in die Zelle einzudringen. Und selbst wenn Viren in die Zelle gelangen, hemmen hohe intrazelluläre Glutathion-Spiegel die Erreger daran, sich dort zu vermehren – ein sehr effektiver Infektionsschutz! Damit hat Glutathion über verschiedene Wege einen antiviralen Effekt.

Noch eine weitere Funktionsweise macht Glutathion zu einem wichtigen Faktor für das Immunsystem. Denn je nachdem, mit welcher Art von Infektion es der Organismus zu tun hat, aktiviert er unterschiedliche Abwehrmechanismen:

  • Die zelluläre Abwehr dient der Abwehr von Viren und anderen intrazellulär wirkenden Erregern. Hierzu werden sogenannte TH2-Zellen benötigt.
  • Die humorale Abwehr dient der Abwehr von Erregern außerhalb der Zellen, z. B. von Bakterien in den Körperflüssigkeiten. Der Körper setzt für diese Form der Abwehr TH1-Zellen ein.

Da das Immunsystem nicht auf beiden Ebenen gleichzeitig hochaktiv sein kann, ist es wichtig, dass die Immunreaktion gezielt abläuft. Hierzu wird reduziertes Glutathion benötigt, das sowohl die TH1-TH2-Balance fördert als auch für die richtige Reaktion auf Antigene mitverantwortlich ist (Antigene sind körperfremde Substanzen oder Strukturen, die eine Immunreaktion auslösen).

Ein dritter Weg, über den Glutathion den Organismus vor Infektionsschäden schützt, hängt mit der hohen antioxidativen Kapazität von reduziertem Glutathion zusammen. Denn virale Erkrankungen „verbrauchen“ GSH in den Zellen. In der Folge sinkt der Glutathion-Spiegel. Unter diesen Umständen haben es freie Radikale leichter, Zellstrukturen zu schädigen. Genau dies ist oftmals der Grund für länger anhaltende Beschwerden nach Infektionen, so wie sie u. a. bei Long COVID bekannt geworden sind. Ein konstant hoher intrazellulärer Glutathion-Spiegel schützt vor diesen negativen Effekten.


Symptome eines GLUTATHION Mangels

Erschöpfungszustände sind in der Regel wichtigstes Anzeichen eines Glutathion-Mangels. Sie kommen dadurch zustande, dass die Energieproduktion innerhalb der Mitochondrien durch den Mangel behindert wird. Auch der Zellstoffwechsel funktioniert aufgrund des GSH-Mangels nicht mehr optimal, und Schäden durch freie Radikale können nicht mehr gut genug abgefangen werden.

Zusätzlich wird die Immunabwehr beeinträchtigt, wenn Glutathion-Werte zu niedrig sind. Damit sind weitere typische Symptome für einen Glutathionmangel ein geschwächtes Immunsystem und häufige Infektionen – sei es durch Viren, Bakterien oder andere Erreger wie z. B. Pilze.

Im Einzelnen sind als typische Symptome bei Glutathion-Mangel möglich:

  • Erschöpfung, Müdigkeit, Angespanntheit, Schwäche
  • Verringerung der körperlichen Belastungs- und Leistungsfähigkeit
  • Verringerung der geistigen / mentalen Belastungs- und Leistungsfähigkeit; Vergesslichkeit
  • Häufung von Entzündungen
  • Häufung von Infektionskrankheiten
  • Erhöhung der Infektionsdauer sowie der Zeiträume, die zur Erholung danach benötigt werden

Wodurch entsteht ein GLUTATHION Mangel?

Der Körper stellt selbst Glutathion her, indem er es aus dessen drei Bestandteilen – den Aminosäuren L-Cystein, L-Glutamin und Glycin – zusammenbaut. Dies geschieht innerhalb der Zellen und zu einem wesentlichen Teil in der Leber. Für die Produktion werden neben den Vorläuferstoffen bestimmte Kofaktoren sowie Enzyme benötigt, ohne die kein GSH erzeugt werden kann.

 

Die Gabe der einzelnen Aminosäuren hingegen führt wissenschaftlich nachgewiesen nicht zu einer Erhöhung des Glutathion-Spiegels.

 

Was sind also die Ursachen eines Glutathion-Mangels?

 

Die Produktion kann zum Beispiel behindert werden, wenn einer der Vorläuferstoffe, eines der benötigten Enzyme oder auch Kofaktoren wie Selen oder Vitamin C nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Viel häufiger ist es aber, dass der Körper schlicht und einfach im Alltag zu viel reduziertes Glutathion „verbraucht“ und mit dem „Recycling“ nicht hinterherkommt.

 

Die Gründe für einen erhöhten Glutathion-Verbrauch sind ebenso vielfältig wie verbreitet – zum Beispiel:

  • Glutathion wird verbraucht, um Schadstoffe aus der Umwelt zu entgiften. Da sich Konzentration an Schadstoffen, mit der wir heute konfrontiert sind (wie Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, Autoabgase etc.), in den letzten Jahrzehnten vervielfacht hat, reichen die natürlichen, körpereigenen Glutathion-Spiegel heutzutage in aller Regel nicht mehr aus.
  • Glutathion wird zudem verbraucht, um bewusst eingenommene Substanzen bzw. deren Abbauprodukte zu entgiften. Hierzu gehören Genussmittel (wie Alkohol oder Tabak) ebenso wie Medikamente (wie Paracetamol, Ibuprofen) und andere Stoffe.
  • Erhöhte Belastungen, z. B. Leistungssport oder Stress, können das Glutathion-System (über-)fordern.
  • Mit zunehmendem Alter verbraucht der Körper vermehrt Glutathion und das Recycling klappt weniger gut, die Glutathion-Spiegel sinken.

Auch im Rahmen von Erkrankungen kommt es häufig zu einem Glutathion-Mangel. Zwar ist nicht für jede Erkrankung abschließend erforscht, ob der Glutathion-Mangel die Ursache oder eine Folge davon ist. Jedoch ist der generelle Zusammenhang vieler Krankheiten mit einem Glutathion-Mangel belegt, u. a. für degenerative Erkrankungen von Gehirn und Nervensystem (wie Morbus Alzheimer), Depressionen, Arterienverkalkung, Bluthochdruck, Angina pectoris, Diabetes mellitus, Virusinfektionen, Asthma, rheumatoide Arthritis, chronische Fatigue, krebsbedingte Fatigue, Burnout, Gicht, Entzündungen der Haut u. v. a. m.

 

Vor diesem Hintergrund ist leicht nachvollziehbar, warum der Großteil aller Menschen in den Industrieländern von einem Glutathion-Mangel betroffen ist.