Glutathion wird oft als „Master-Antioxidans“ bezeichnet, da es eine zentrale Rolle im antioxidativen Schutzsystem des Körpers spielt. Es ist
ein kleines, aber feines Tripeptid, das aus den Aminosäuren Cystein, Glutaminsäure und Glycin besteht und in nahezu allen Zellen des Körpers
in hohen Konzentrationen vorkommt.
Hier sind die Hauptgründe, warum Glutathion diesen Titel trägt:
- Direkte Neutralisierung von freien Radikalen: Glutathion kann direkt reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und andere freie Radikale
neutralisieren, die Zellen durch oxidativen Stress schädigen können.
- Regeneration anderer Antioxidantien: Es regeneriert andere wichtige Antioxidantien wie Vitamin C und Vitamin E, indem es sie in ihre reduzierte (aktive) Form zurückführt.
- Entgiftung: Glutathion spielt eine Schlüsselrolle bei der Entgiftung von Xenobiotika (fremden Substanzen wie Schadstoffen oder
Medikamenten) in der Leber, indem es diese bindet und ihre Ausscheidung erleichtert.
- Schutz der Zellen: Es schützt Zellbestandteile wie DNA, Proteine und Lipide vor oxidativen Schäden und unterstützt die Aufrechterhaltung des Redox-Gleichgewichts in der Zelle.
- Enzymatische Unterstützung: Glutathion ist ein Cofaktor für Enzyme wie Glutathionperoxidase, die Wasserstoffperoxid und Lipidperoxide
abbauen, wodurch Zellschäden verhindert werden.
- Universelle Verfügbarkeit: Da es in fast allen Zellen synthetisiert wird, ist Glutathion universell einsetzbar und essenziell für die
Zellgesundheit.
Trotz seines Status als „Master-Antioxidans“ hängt seine Wirksamkeit von Faktoren wie der Verfügbarkeit von Cystein (einer Vorläufersubstanz) und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Ein Mangel
an Glutathion, z. B. durch Stress, schlechte Ernährung oder Krankheiten, kann die antioxidative Kapazität des Körpers erheblich
beeinträchtigen.
Zusammengefasst: Ja, Glutathion verdient den Titel „Master-Antioxidans“ aufgrund seiner vielseitigen und zentralen Rolle im Schutz vor oxidativem Stress und
in der Entgiftung.
Glutathion kommt in zwei unterschiedlichen Formen im Körper vor, die immer beide gleichzeitig vorhanden sind:
-
Reduziertes Glutathion (GSH, aktives Glutathion) kann oxidieren, also ein Elektron an andere Moleküle abgeben. Diese Fähigkeit ist
die Grundlage für die vielfältigen positiven Wirkungen von GSH.
- Nachdem das GSH oxidiert ist, ist es „verbraucht“. Bevor es erneut seine Aufgaben erfüllen kann, muss das oxidierte Glutathion
(GSSG) zuerst wieder zu aktivem Glutathion umgewandelt werden. Der chemische Prozess, der dieser „Wiederaufbereitung“ zugrunde liegt, heißt Reduktion.
Im gesunden Organismus liegt das Mengenverhältnis von GSH zu GSSG bei ca. 400 : 1. Das Recycling von „verbrauchtem“ zu aktivem Glutathion ist für einen gesunden,
leistungsfähigen Organismus normalerweise kein Problem. Es gibt allerdings zahlreiche Faktoren, durch die es zu einem Glutathion-Mangel kommen kann.